Casino St Moritz

2025-12-31

Das Casino St. Moritz: Tradition und Ende einer Ära

Das Casino St. Moritz war ein etablierter Spielbankenbetrieb im exklusiven Wintersportort St. Moritz. Nach jahrelangem Betrieb wurde die Spielbank Ende April 2025 aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen.

Traditionsreicher Standort im Herzen von St. MoritzBetrieb durch Casinos Austria Swiss AGKonzession für die Zone Südbünden31 Mitarbeitende waren beschäftigtSchliessung per 30. April 2025

Die Schliessung des Casino St. Moritz Ende April 2025 markiert das Ende einer Ära für den renommierten Spielbankenbetrieb im Engadin. Der Entscheid der Eigentümer, den Standort zu schliessen, basierte auf einer Kombination wirtschaftlicher Faktoren, die den langfristigen Betrieb nicht mehr rentabel erscheinen liessen. Die Entwicklung wirft wichtige Fragen zur Zukunft der Casinolandschaft in Graubünden auf.

Die Gründe für die Schliessung

Die Eigentümer des Casino St. Moritz, die Casinos Austria Swiss AG, trafen den Schliessungsentscheid aufgrund mehrerer zusammenwirkender wirtschaftlicher Herausforderungen. Die Hauptaktionärin zog sich aus dem Engagement zurück und stellte keine weiteren Finanzmittel mehr zur Verfügung. Dieser Ausstieg war primär durch drei zentrale Faktoren motiviert.

Die herausfordernde Marktsituation im Online-Bereich stellte eine erhebliche Belastung dar. Der zunehmende Wettbewerb durch digitale Spielangebote führte zu Umsatzrückgängen im stationären Betrieb. Gleichzeitig erschwerten die starken saisonalen Schwankungen am Standort St. Moritz eine kontinuierliche Auslastung. Während der Wintersaison konnte das Casino von der internationalen Klientel profitieren, in den Sommermonaten und Zwischensaisons blieb die Frequenz jedoch deutlich hinter den Erwartungen zurück.

Die fehlende langfristige finanzielle Perspektive machte weitere Investitionen aus Sicht der Eigentümer unattraktiv. Die Kombination aus strukturellen Marktveränderungen und standortspezifischen Herausforderungen liess keine nachhaltige Profitabilität mehr erwarten.

Der Konzessionsentzug durch die ESBK

Nach dem Ausstieg der Hauptaktionärin leitete die Eidgenössische Spielbankenkommission das formelle Verfahren zum Entzug der Spielbankenkonzession ein. Die gesetzlichen Voraussetzungen für den Betrieb einer Spielbank waren nicht mehr erfüllt, insbesondere die Anforderung ausreichender Eigenmittel während der gesamten Betriebsdauer.

Die ESBK gewährte der Casino St. Moritz AG das rechtliche Gehör, wie es das Verwaltungsverfahren vorschreibt. Da keine geeignete Käuferschaft präsentiert werden konnte, die die finanziellen und regulatorischen Anforderungen erfüllt hätte, wurde die Konzession im August 2025 formell entzogen. Die Koordination der Schliessung erfolgte in enger Abstimmung mit der Aufsichtsbehörde.

Auswirkungen auf Mitarbeitende und Gäste

Von der Schliessung waren insgesamt 31 Mitarbeitende betroffen. Der Betrieb wurde per 30. April 2025 eingestellt, was für die Beschäftigten eine erhebliche berufliche Herausforderung darstellte. In einer Region mit saisonaler Wirtschaftsstruktur und begrenztem Arbeitsmarkt bedeutete der Verlust dieser Arbeitsplätze einen spürbaren Einschnitt.

Für die Gäste des Casinos wurde ein geordnetes Verfahren zur Einlösung von Jetons und Kartenguthaben eingerichtet. Betroffene Kunden können per E-Mail einen Termin zur Einlösung vereinbaren. Diese Abwicklung erfolgt unter rechtlicher Begleitung, um die Ansprüche der Spieler ordnungsgemäss zu erfüllen.

Spielbankenkonzessionen in der Schweiz: Regulierung und Vergabeverfahren

In der Schweiz werden Spielbankenkonzessionen regional vergeben und durch die Eidgenössische Spielbankenkommission überwacht. Die Konzessionäre müssen während der gesamten Betriebsdauer strenge gesetzliche Voraussetzungen erfüllen, darunter ausreichende Eigenmittel, Spielerschutz und Compliance-Standards.

Bei Nichteinhaltung der Voraussetzungen kann die ESBK ein Konzessionsentzugsverfahren einleiten. Nach einem Entzug analysiert die Kommission die Marktsituation und unterbreitet dem Bundesrat Vorschläge zur Neuausschreibung. Der gesamte Prozess folgt transparenten rechtlichen Verfahren mit Gewährung des rechtlichen Gehörs.

  • Regionale Verteilung der Konzessionen
  • Strenge finanzielle Anforderungen
  • Kontinuierliche Aufsicht durch ESBK
  • Transparente Vergabeverfahren

Die Zukunft der Konzession für Südbünden

Der Bundesrat hat in seiner Sitzung im November 2025 entschieden, mit der Neuausschreibung der frei gewordenen Konzession für die Zone Südbünden vorerst zuzuwarten. Diese Entscheidung folgt einer strategischen Überlegung zur gesamten Schweizer Casinolandschaft.

Die ESBK wurde beauftragt, Empfehlungen zum weiteren Vorgehen zu erarbeiten. Diese Analyse wird im Rahmen des Berichts über die Gesamtevaluation der Casinolandschaft erfolgen, den die Kommission bis September 2028 erstellen muss. Erst nach Vorlage dieses umfassenden Berichts wird der Bundesrat entscheiden, ob und unter welchen Bedingungen die Konzession für Südbünden erneut ausgeschrieben werden soll.

Diese Vorgehensweise ermöglicht eine fundierte Bewertung der Marktsituation, der regionalen Bedürfnisse und der wirtschaftlichen Tragfähigkeit eines Casinobetriebs in dieser Zone. Der Entscheid wird voraussichtlich erst gegen Ende 2028 fallen, was bedeutet, dass St. Moritz für mehrere Jahre ohne Spielbank bleiben wird.

Strukturelle Herausforderungen der Schweizer Casinobranche

Die Schliessung des Casino St. Moritz ist symptomatisch für die Herausforderungen, mit denen die gesamte Schweizer Casinobranche konfrontiert ist. Die Digitalisierung des Glücksspiels hat die Marktdynamik grundlegend verändert. Online-Casinos bieten Spielern Zugang rund um die Uhr, ohne geografische Einschränkungen und mit niedrigeren Betriebskosten.

Stationäre Casinos müssen erhebliche Fixkosten tragen, darunter Immobilien, Personal und technische Infrastruktur. In touristischen Destinationen wie St. Moritz kommt die ausgeprägte Saisonalität hinzu, die eine ganzjährige Rentabilität erschwert. Während der Hochsaison können die Betriebe zwar hohe Umsätze generieren, die Nebensaisons reichen oft nicht aus, um die Jahresbilanz auszugleichen.

Die regulatorischen Anforderungen in der Schweiz sind zudem streng, was grundsätzlich dem Spielerschutz dient, aber auch die Betriebskosten erhöht. Konzessionäre müssen kontinuierlich nachweisen, dass sie die finanziellen und operativen Standards erfüllen.

Lehren für die Casinobranche

Der Fall Casino St. Moritz bietet wichtige Erkenntnisse für die Zukunft der Branche. Erstens zeigt sich, dass die geografische Lage allein, selbst in einem prestigeträchtigen Ort wie St. Moritz, keine Erfolgsgarantie mehr darstellt. Die Konkurrenz durch Online-Angebote ist zu stark geworden, um ignoriert zu werden.

Zweitens wird deutlich, dass Geschäftsmodelle, die stark auf saisonale Spitzen angewiesen sind, zunehmend fragil werden. Erfolgreiche Casinobetriebe der Zukunft werden diversifizierte Einnahmequellen benötigen, etwa durch Integration von Gastronomie, Entertainment und Events, die auch ausserhalb der Hauptsaison Besucher anziehen.

Drittens unterstreicht der Fall die Bedeutung langfristiger finanzieller Planung und ausreichender Kapitalreserven. Die strengen Anforderungen der ESBK an die Eigenmittel sind nicht willkürlich, sondern sollen sicherstellen, dass Betreiber auch in schwierigen Phasen handlungsfähig bleiben.

Regionale wirtschaftliche Auswirkungen

Für St. Moritz bedeutet der Verlust des Casinos mehr als nur die Schliessung eines Unterhaltungsbetriebs. Das Casino war Teil des Angebots für anspruchsvolle Gäste und trug zur Positionierung als exklusive Destination bei. Der Wegfall dieses Elements könnte die Attraktivität für bestimmte Gästesegmente beeinflussen.

Die 31 verlorenen Arbeitsplätze stellen für die lokale Wirtschaft einen spürbaren Verlust dar. In einer Region mit begrenztem Arbeitsmarkt und hohen Lebenshaltungskosten ist jeder qualifizierte Arbeitsplatz von Bedeutung. Die betroffenen Mitarbeitenden müssen sich neu orientieren, was in einem saisonal geprägten Arbeitsmarkt besondere Herausforderungen mit sich bringt.

Gleichzeitig eröffnet die Schliessung möglicherweise Chancen für alternative Nutzungen der Räumlichkeiten. St. Moritz könnte die Gelegenheit nutzen, um neue Konzepte zu entwickeln, die besser zur veränderten Nachfrage passen.

Fazit

Die Schliessung des Casino St. Moritz im April 2025 markiert einen bedeutenden Einschnitt in der Schweizer Casinolandschaft. Die Kombination aus Online-Konkurrenz, saisonalen Schwankungen und fehlender langfristiger Profitabilität führte zum Rückzug der Investoren und zum Konzessionsentzug durch die ESBK. Die Entscheidung des Bundesrats, die Neuausschreibung bis mindestens Ende 2028 aufzuschieben, zeigt, dass die Behörden eine umfassende Neubewertung der regionalen Casinolandschaft vornehmen wollen. Für St. Moritz, die betroffenen Mitarbeitenden und die Branche insgesamt bietet diese Entwicklung Anlass zur Reflexion über nachhaltige Geschäftsmodelle in einem sich wandelnden Marktumfeld.

Frequently Asked Questions

Warum wurde das Casino St. Moritz geschlossen?

Das Casino wurde aufgrund wirtschaftlicher Herausforderungen geschlossen, insbesondere wegen der Konkurrenz durch Online-Casinos, starker saisonaler Schwankungen und fehlender langfristiger Profitabilität. Die Hauptaktionärin zog sich zurück und stellte keine weiteren Finanzmittel bereit.

Wann erfolgte die offizielle Schliessung?

Der Spielbetrieb wurde per 30. April 2025 eingestellt. Die formelle Entziehung der Konzession durch die ESBK erfolgte im August 2025.

Wie viele Mitarbeitende waren von der Schliessung betroffen?

Insgesamt 31 Mitarbeitende verloren durch die Schliessung ihre Arbeitsplätze.

Kann ich meine Jetons und Kartenguthaben noch einlösen?

Ja, Gäste können vorhandene Jetons und Kartenguthaben weiterhin einlösen. Dazu muss ein Termin per E-Mail vereinbart werden.

Wird es wieder ein Casino in St. Moritz geben?

Der Bundesrat hat entschieden, die Konzession vorerst nicht neu auszuschreiben. Eine Entscheidung über eine mögliche Neuausschreibung wird voraussichtlich erst Ende 2028 fallen, nach Vorlage eines umfassenden Evaluationsberichts der ESBK.

Wer war der Betreiber des Casino St. Moritz?

Das Casino wurde von der Casinos Austria Swiss AG betrieben, einer Tochtergesellschaft der österreichischen Casinos Austria.

Was sind die Hauptgründe für Schwierigkeiten in der Schweizer Casinobranche?

Die Hauptherausforderungen sind die zunehmende Konkurrenz durch Online-Glücksspiel, hohe Betriebskosten, strenge regulatorische Anforderungen und bei touristischen Standorten die ausgeprägte Saisonalität.

Welche Rolle spielt die ESBK bei Casinoschliessungen?

Die Eidgenössische Spielbankenkommission überwacht die Einhaltung gesetzlicher Voraussetzungen und kann bei Nichteinhaltung ein Konzessionsentzugsverfahren einleiten. Sie gewährt dabei das rechtliche Gehör und koordiniert die ordnungsgemässe Abwicklung.

Partner und Unterstützer

Informationen zu Partnern und Unterstützern im Bereich Spielbanken und Glücksspielregulierung.

Wichtige Aspekte zur Casino-Schliessung

Wirtschaftliche Faktoren der Schliessung

Die Schliessung des Casino St. Moritz war das Ergebnis mehrerer wirtschaftlicher Herausforderungen, die den Betrieb langfristig nicht mehr rentabel machten.

  • Online-Konkurrenz als Hauptfaktor
  • Saisonale Schwankungen in St. Moritz
  • Fehlende langfristige Profitabilität
  • Rückzug der Hauptaktionärin

Regulatorische Aspekte und Konzessionsentzug

Der Konzessionsentzug durch die ESBK folgte klaren rechtlichen Vorgaben und erfolgte nach Gewährung des rechtlichen Gehörs.

  • Anforderung ausreichender Eigenmittel
  • Formelles Entzugsverfahren
  • Keine geeignete Käuferschaft gefunden
  • Koordination mit Aufsichtsbehörde

Aktuelle Entwicklungen

Die wichtigsten Meldungen zur Situation des Casino St. Moritz

Bundesrat verschiebt Neuausschreibung

Der Bundesrat hat entschieden, die Konzession für Südbünden vorerst nicht neu auszuschreiben und wartet auf den Evaluationsbericht bis 2028.

Formeller Konzessionsentzug erfolgt

Die ESBK hat der Casinos Austria Swiss AG die Spielbankenkonzession für St. Moritz formell entzogen.

Casino stellt Betrieb ein

Das Casino St. Moritz hat den Spielbetrieb eingestellt, 31 Mitarbeitende sind von der Schliessung betroffen.