Im April 2023 startete die Online-Poker-Plattform GGPoker eine spektakuläre Werbekampagne mit Till Lindemann, dem charismatischen Frontmann der deutschen Band Rammstein. Der fast vierminütige Spot zeigte den Sänger in fünf verschiedenen Rollen am Pokertisch und sollte die Botschaft vermitteln, dass Emotionskontrolle der Schlüssel zum Erfolg beim Pokerspiel ist. Doch nur wenige Wochen später, Anfang Juni 2023, nahm die Geschichte eine dramatische Wendung: GGPoker beendete die Zusammenarbeit abrupt und entfernte sämtliches Werbematerial von allen Kanälen. Der Grund waren schwere Vorwürfe gegen Till Lindemann, die zu diesem Zeitpunkt öffentlich wurden.
Die Werbekampagne: Till Lindemann am Pokertisch
Der Werbespot für GGPoker war eine aufwendige Produktion, die Till Lindemanns schauspielerische Fähigkeiten in den Mittelpunkt stellte. In dem Clip verkörperte er nicht nur eine, sondern gleich fünf unterschiedliche Charaktere, die verschiedene Spielertypen am Pokertisch repräsentierten. Jede Figur stand für eine andere emotionale Herangehensweise an das Spiel.
Die fünf Charaktere im Detail
Als größenwahnsinniger Cowboy zeigte sich Lindemann ungeduldig und kaum in der Lage, auf die nächste Runde zu warten. Der überhebliche Punk verkörperte die Gier nach Geld und schnellen Gewinnen. Besonders auffällig war der äußerlich kühle Pokerprofi mit blondiertem Haar, der an H.P. Baxxter erinnerte und von einer Frau in einem roten Kleid begleitet wurde, die bei jedem erfolgreichen Spielzug süffisant lächelte.
Zusätzlich spielte Lindemann einen streberhaften, verrückt gewordenen Nerd sowie einen manisch rechnenden Professor, der unter den Fittichen einer Nonne agierte. Zwischen den Pokerszenen waren auch professionell choreografierte Fechteinlagen zu sehen, die die Spannung und den Wettbewerbscharakter des Spiels unterstrichen.
Die Botschaft hinter dem Spot
Am Ende des Videos gewinnt der ruhige, kontrollierte Pokerprofi die Partie. Till Lindemann fasst die Moral der Geschichte mit den Worten zusammen: Kontrolliere meine Wut, es geht mir wieder gut. GGPoker erklärte auf YouTube, dass gute Spieler Erfahrung sammeln und ihre Fähigkeiten weiterentwickeln, anstatt sich von Emotionen leiten zu lassen. Diese Botschaft sollte nicht nur für das Pokerspiel gelten, sondern auch als Lebensweisheit verstanden werden.
Produktion und kreative Umsetzung
Verantwortlich für die Umsetzung des Spots war Specter Berlin, das Studio von Eric Remberg. Remberg ist nicht nur Grafiker, Art Director und Regisseur, sondern auch einer der Gründer des legendären Labels Aggro Berlin. Er hatte bereits zuvor mit Rammstein zusammengearbeitet und das kontroverse Deutschland-Video der Band gedreht. Die Zusammenarbeit versprach daher eine hohe künstlerische Qualität und einen visuellen Stil, der perfekt zur Ästhetik von Rammstein passte.
Der Skandal: Vorwürfe gegen Till Lindemann
Anfang Juni 2023, nur wenige Wochen nach der Veröffentlichung des Werbespots, wurden schwere Vorwürfe gegen Till Lindemann öffentlich. Mehrere Frauen warfen dem Rammstein-Sänger sexuelle Übergriffe und Machtmissbrauch vor. Die Anschuldigungen waren gravierend und detailliert.
Die Natur der Vorwürfe
Laut den Berichten soll es ein systematisches Vorgehen gegeben haben, um junge Frauen für sexuelle Handlungen zuzuführen. Mindestens eine Frau erhob den Vorwurf, unter Drogen gesetzt worden zu sein. Die Influencerin Kayla Shyx veröffentlichte ein 36-minütiges YouTube-Video, in dem sie ihre Erlebnisse bei einer Rammstein-Afterparty schilderte und damit eine Welle der öffentlichen Aufmerksamkeit auslöste.
Reaktion der Band
Rammstein stritt die Vorwürfe vehement ab und bat die Öffentlichkeit, die Band nicht vorschnell zu verurteilen. Die Gruppe kündigte an, die Anschuldigungen selbst prüfen lassen zu wollen. Dennoch führten die Vorwürfe zu intensiven Debatten über Machtstrukturen in der Musikindustrie, den Umgang mit Groupies und die Verantwortung von Künstlern.
Die Reaktion von GGPoker auf die Vorwürfe
Am 7. Juni 2023 veröffentlichte GGPoker eine offizielle Stellungnahme zur Beendigung der Zusammenarbeit mit Till Lindemann. Sven Stiel, Geschäftsführer der GGN Marketing GmbH, erklärte gegenüber der Presse, dass die Zusammenarbeit unter einem rein künstlerischen Aspekt für einen sehr begrenzten Zeitraum geschlossen wurde und nicht verlängert wird.
In der Pressemitteilung zeigte sich das Unternehmen zutiefst erschüttert und schockiert über die Entwicklungen. GGPoker distanzierte sich ausdrücklich und vollumfänglich von den im Raum stehenden Vorwürfen, da diese in keinster Weise mit den vertretenen Werten und Moralvorstellungen vereinbar seien. Allen Betroffenen sprach das Unternehmen sein aufrichtiges Mitgefühl aus.
Entfernung des Werbematerials
Unmittelbar nach der Ankündigung entfernte GGPoker sämtliches Werbematerial mit Till Lindemann von allen Digital- und Social-Media-Kanälen. Der aufwendig produzierte Werbespot, der erst wenige Wochen zuvor veröffentlicht worden war, verschwand vollständig aus dem öffentlichen Raum der Marke.
Solidarität mit den Opfern
In seiner Stellungnahme betonte Sven Stiel ausdrücklich, dass die uneingeschränkte Solidarität allen Opfern gelte. Diese klare Positionierung war für das Unternehmen wichtig, um sich eindeutig von den Vorwürfen zu distanzieren und gesellschaftliche Verantwortung zu demonstrieren.
Weitere Unternehmen beenden Kooperationen
GGPoker war nicht das einzige Unternehmen, das sich von Till Lindemann distanzierte. Die Drogeriekette Rossmann hatte bereits am 5. Juni 2023 angekündigt, die Rammstein-Parfümlinien aus dem Online-Sortiment zu nehmen. Eine Unternehmenssprecherin erklärte, man verfolge die Berichterstattung aufmerksam und habe alle Schritte eingeleitet, um den Verkauf einzustellen.
Verlag Kiepenheuer und Witsch
Auch der renommierte Buchverlag Kiepenheuer und Witsch beendete die Zusammenarbeit mit Till Lindemann. Als Grund nannte der Verlag ein unheilbar zerrüttetes Vertrauensverhältnis, nachdem Lindemann in einem pornografischen Musikvideo einen Gedichtband des Verlags als Requisit verwendet hatte.
Der ursprüngliche Werbespot im Detail
Der im April 2023 veröffentlichte Werbespot für GGPoker war eine aufwendige Produktion, die Till Lindemann in fünf unterschiedlichen Charakteren zeigte. Jede Rolle verkörperte einen anderen Spielertyp und eine andere emotionale Herangehensweise an das Pokerspiel.
Die fünf Charaktere
Als größenwahnsinniger Cowboy konnte Lindemann es kaum erwarten, dass die nächste Runde beginnt. Der überhebliche und geldgeile Punk repräsentierte die Gier am Spieltisch. Ein äußerlich kühler Pokerprofi mit blondiertem Haar in H.P. Baxxter-Optik und einer Frau in rotem Kleid an seiner Seite verkörperte die kontrollierte Professionalität.
Zusätzlich spielte Lindemann einen streberhaften, verrückt gewordenen Nerd sowie einen manisch rechnenden Professor unter den Fittichen einer Nonne. Zwischendurch waren auch professionelle Fechtszenen zu sehen, die die Spannung und den Wettbewerbscharakter des Pokerspiels unterstrichen.
Die zentrale Botschaft
Am Ende des Spots gewann der äußerlich kühl wirkende Pokerprofi die Partie. Die Botschaft war klar: Kontrolliere deine Emotionen, dann geht es dir wieder gut. GGPoker erklärte auf YouTube, dass gute Spieler Erfahrung sammeln und ihre Fähigkeiten weiterentwickeln, anstatt sich von Emotionen leiten zu lassen.
Produktion durch Specter Berlin
Verantwortlich für die Umsetzung war Specter Berlin, hinter dem der Grafiker, Art Director und Regisseur Eric Remberg steht. Remberg ist einer der Gründer des Labels Aggro Berlin und hatte bereits zuvor das Deutschland-Video von Rammstein gedreht. Die Zusammenarbeit versprach daher eine hohe künstlerische Qualität und einen wiedererkennbaren visuellen Stil.
Die Vorwürfe gegen Till Lindemann
Anfang Juni 2023 wurden schwere Vorwürfe gegen Till Lindemann öffentlich. Mehrere Frauen warfen dem Rammstein-Sänger sexuelle Übergriffe und Machtmissbrauch vor. Mutmaßlich habe es eine Art Castingsystem gegeben, um ihm junge Frauen, auch für sexuelle Handlungen, zuzuführen.
Mindestens eine Frau erhob den Vorwurf, sie sei unter Drogen gesetzt worden. Die Influencerin Kayla Shyx schilderte in einem 36-minütigen YouTube-Video ihre Erlebnisse bei einer Rammstein-Afterparty. Die Band Rammstein stritt die Vorwürfe ab und bat darum, nicht vorverurteilt zu werden. Rammstein kündigte an, die Vorwürfe selbst prüfen lassen zu wollen.
Auswirkungen auf die Rammstein-Tour 2023
Die Vorwürfe wurden zu einem Zeitpunkt öffentlich, als Rammstein sich auf ihre große Stadion-Tour 2023 vorbereitete. Die Tour sollte im Mai in Litauen beginnen und durch ganz Europa führen, mit mehreren Konzerten in Deutschland, darunter vier Shows im Münchner Olympiastadion und drei im Berliner Olympiastadion.
Einige Fans versuchten nach Bekanntwerden der Vorwürfe, ihre Tickets loszuwerden, während andere ihre Solidarität mit der Band zeigen wollten. Die Konzerte fanden trotz der Kontroverse statt, begleitet von intensiven öffentlichen Debatten über Verantwortung, Machtstrukturen in der Musikindustrie und den Umgang mit Vorwürfen.
Fazit
Die Partnerschaft zwischen Till Lindemann und GGPoker endete abrupt nach nur wenigen Wochen aufgrund schwerwiegender Vorwürfe gegen den Rammstein-Sänger. Was als aufwendige Marketingkampagne mit einem prominenten Testimonial begann, entwickelte sich zu einem Krisenfall für alle beteiligten Unternehmen.
GGPoker reagierte schnell und entschieden, indem das Unternehmen die Zusammenarbeit beendete, sämtliches Werbematerial entfernte und sich klar von den Vorwürfen distanzierte. Diese Reaktion zeigt, wie wichtig es für Unternehmen ist, in Krisenzeiten schnell zu handeln und klare moralische Positionen zu beziehen, um den eigenen Ruf zu schützen.
Der Fall verdeutlicht auch die Risiken, die mit der Verpflichtung prominenter Werbegesichter verbunden sind. Unternehmen müssen nicht nur die aktuelle Reputation ihrer Partner berücksichtigen, sondern auch mögliche zukünftige Entwicklungen antizipieren und vertragliche Absicherungen für Krisenszenarien schaffen.
Häufig gestellte Fragen
Wann wurde die Werbekampagne mit Till Lindemann gestartet?
Die Werbekampagne von GGPoker mit Till Lindemann wurde im April 2023 veröffentlicht und umfasste einen fast vierminütigen Spot, in dem der Sänger fünf verschiedene Charaktere am Pokertisch verkörperte.
Warum beendete GGPoker die Zusammenarbeit mit Till Lindemann?
GGPoker beendete die Partnerschaft am 7. Juni 2023 aufgrund schwerer Vorwürfe sexueller Übergriffe und Machtmissbrauchs gegen den Rammstein-Sänger. Das Unternehmen erklärte, die Vorwürfe seien nicht mit den eigenen Werten und Moralvorstellungen vereinbar.
Welche anderen Unternehmen distanzierten sich von Till Lindemann?
Neben GGPoker beendeten auch die Drogeriekette Rossmann und der Verlag Kiepenheuer und Witsch ihre Zusammenarbeit mit Till Lindemann oder Rammstein nach Bekanntwerden der Vorwürfe.
Wer produzierte den GGPoker-Werbespot mit Till Lindemann?
Der Werbespot wurde von Specter Berlin produziert, hinter dem Eric Remberg steht. Remberg ist Mitgründer von Aggro Berlin und hatte bereits zuvor das Deutschland-Video von Rammstein gedreht.
Was war die zentrale Botschaft des Werbespots?
Der Spot vermittelte die Botschaft, dass erfolgreiche Pokerspieler ihre Emotionen kontrollieren und auf Strategie statt auf impulsive Reaktionen setzen sollten. Am Ende gewann der ruhigste und kontrollierteste Charakter die Pokerpartie.
Wie reagierte Rammstein auf die Vorwürfe?
Die Band Rammstein stritt die Vorwürfe ab und bat darum, nicht vorverurteilt zu werden. Die Band kündigte an, die Vorwürfe selbst prüfen lassen zu wollen.