Roulette gehört zu den faszinierendsten Glücksspielen der Casinowelt und hat sich seit seiner Entstehung im 17. Jahrhundert in verschiedene Varianten entwickelt. Während das Grundprinzip überall gleich bleibt, unterscheiden sich die einzelnen Spielarten erheblich in ihren Regeln, Kesselaufbauten und vor allem in den Gewinnchancen für Spieler. Diese Unterschiede sind nicht nur historisch interessant, sondern haben direkte Auswirkungen auf Ihre Gewinnerwartung und sollten bei der Wahl des Spiels berücksichtigt werden.
Die drei Hauptvarianten Französisches, Europäisches und Amerikanisches Roulette dominieren heute die Casinolandschaft, ergänzt durch moderne Abwandlungen wie Multi-Wheel, Double Ball oder Mini Roulette. Jede Variante hat ihre eigenen Vor- und Nachteile, die wir in diesem umfassenden Leitfaden detailliert analysieren.
Die drei klassischen Roulette Varianten im Überblick
Die Entwicklung des Roulettes verlief in Europa und Amerika unterschiedlich, was zu verschiedenen Standardvarianten führte. Diese Unterschiede sind nicht zufällig entstanden, sondern spiegeln historische, kulturelle und regulatorische Besonderheiten wider.
Französisches Roulette: Die Ursprungsvariante
Das Französische Roulette gilt als die ursprüngliche Form des Spiels und wurde im 17. Jahrhundert in Frankreich entwickelt. Ursprünglich mit 36 Zahlen gespielt, wurde im 18. Jahrhundert die Null hinzugefügt, wodurch der Kessel auf 37 Felder erweitert wurde.
Der Kessel des Französischen Roulettes enthält die Zahlen 0 bis 36, wobei die Null grün markiert ist und die übrigen Zahlen zwischen Rot und Schwarz alternieren. Die Zahlenanordnung auf dem Rad folgt einer spezifischen Sequenz, die mathematisch optimiert wurde, um benachbarte Zahlen möglichst gleichmäßig über gerade und ungerade sowie rote und schwarze Felder zu verteilen.
Das Tischlayout beim Französischen Roulette ist traditionell größer als bei anderen Varianten. Das innere Zahlengitter entspricht dem anderer Versionen, während das äußere Gitter Platz für die einfachen Chancen bietet: Manque (niedrige Zahlen 1 bis 18), Impair (ungerade) und Rouge (rot) auf der einen Seite sowie Passe (hohe Zahlen 19 bis 36), Pair (gerade) und Noir (schwarz) auf der anderen Seite. Am unteren Ende des Tisches befinden sich die Bereiche für Kolonnen und die Dutzende Premier, Milieu und Dernier.
Beim Französischen Roulette sind insgesamt 157 verschiedene Wetten möglich, darunter 37 Plein-Wetten auf einzelne Zahlen, 60 Cheval-Wetten auf zwei benachbarte Zahlen, 14 Transversale Pleine auf drei Zahlen, 23 Carré-Wetten auf vier Zahlen, 11 Transversale Simple auf sechs Zahlen, 3 Kolonnen, 3 Dutzend und 6 einfache Chancen.
Die Sonderregeln La Partage und En Prison
Das entscheidende Merkmal des Französischen Roulettes sind zwei Sonderregeln, die den Hausvorteil bei einfachen Chancen erheblich reduzieren. Diese Regeln gelten ausschließlich für Wetten auf einfache Chancen wie Rot/Schwarz, Gerade/Ungerade oder Hoch/Tief.
Die La Partage Regel besagt, dass Spieler die Hälfte ihres Einsatzes zurückerhalten, wenn die Kugel auf die Null fällt. Anstatt den gesamten Einsatz zu verlieren, wird dieser geteilt, wodurch der effektive Verlust halbiert wird.
Die En Prison Regel bietet eine Alternative: Fällt die Null, wird der Einsatz nicht sofort ausgewertet, sondern für die nächste Runde gesperrt. Der Einsatz bleibt auf dem Feld liegen, und erst das Ergebnis der nächsten Drehung entscheidet über Gewinn oder Verlust. Gewinnt die Wette in der zweiten Runde, erhält der Spieler seinen Einsatz ohne zusätzlichen Gewinn zurück. Verliert die Wette, geht der Einsatz an die Bank.
Durch diese Sonderregeln sinkt der Hausvorteil bei einfachen Chancen von 2,70 Prozent auf nur 1,35 Prozent. Dies macht Französisches Roulette zur mathematisch günstigsten Variante für Spieler und sollte bevorzugt werden, wenn diese Regeln verfügbar sind.
Europäisches Roulette: Die vereinfachte Version
Europäisches Roulette, auch als Englisches Roulette oder Fair Roulette bekannt, verwendet denselben Kessel wie das Französische Roulette mit 37 Feldern von 0 bis 36. Die Zahlenanordnung auf dem Rad ist identisch, und auch die grundlegenden Wettmöglichkeiten entsprechen dem französischen Original.
Der wesentliche Unterschied liegt im Tischlayout und in den fehlenden Sonderregeln. Das Spielfeld ist kompakter gestaltet, und die Beschriftungen sind häufig auf Englisch statt auf Französisch. Die Begriffe für die Wetten unterscheiden sich entsprechend: Statt Manque und Passe werden die Begriffe Low und High verwendet, statt Rouge und Noir heißt es Red und Black.
Beim Europäischen Roulette fehlen in der Regel die Sonderregeln La Partage und En Prison. Fällt die Kugel auf die Null, verlieren alle einfachen Chancen komplett, ohne dass ein Teil des Einsatzes zurückerstattet wird. Dadurch liegt der Hausvorteil konstant bei 2,70 Prozent für alle Wettarten.
Die Zahlenverteilung auf dem Kessel folgt der Sequenz: 0-32-15-19-4-21-2-25-17-34-6-27-13-36-11-30-8-23-10-5-24-16-33-1-20-14-31-9-22-18-29-7-28-12-35-3-26. Diese Anordnung stellt sicher, dass gerade und ungerade Zahlen sowie rote und schwarze Felder möglichst gleichmäßig verteilt sind.
Amerikanisches Roulette: Die Doppelnull-Variante
Das Amerikanische Roulette entwickelte sich Ende des 18. Jahrhunderts in den Vereinigten Staaten und unterscheidet sich fundamental von den europäischen Varianten. Der markanteste Unterschied ist die Einführung einer zweiten Null, der Doppelnull.
Kesselaufbau und Zahlenanordnung
Der amerikanische Roulettekessel umfasst 38 Felder: die Zahlen 1 bis 36 in Rot und Schwarz sowie zwei grüne Nullfelder, die einfache Null und die Doppelnull. Diese zusätzliche Null erhöht den Hausvorteil erheblich und macht Amerikanisches Roulette zur mathematisch ungünstigsten Hauptvariante.
Die Zahlenanordnung auf dem amerikanischen Kessel unterscheidet sich vollständig von der europäischen Version. Die Sequenz wurde neu konzipiert, wobei gegenüberliegende Zahlen in der Summe nicht mehr 37 ergeben wie beim europäischen Rad. Die amerikanische Anordnung lautet: 0-28-9-26-30-11-7-20-32-17-5-22-34-15-3-24-36-13-1-00-27-10-25-29-12-8-19-31-18-6-21-33-16-4-23-35-14-2.
Das Tischlayout ähnelt dem europäischen Design, enthält jedoch ein zusätzliches Feld für die Doppelnull. Alle Beschriftungen sind auf Englisch, und die Anordnung ist kompakter als beim französischen Tisch. Die Wettoptionen entsprechen weitgehend denen der europäischen Varianten, mit einer Ausnahme: die Five Number Bet.
Die Five Number Bet und ihre Problematik
Eine Besonderheit des Amerikanischen Roulettes ist die Five Number Bet, auch als Basket Bet oder Top Line Bet bekannt. Diese Wette deckt die Zahlen 0, 00, 1, 2 und 3 ab und wird platziert, indem der Chip an der Ecke zwischen der Null-Reihe und der ersten Zahlenreihe gesetzt wird.
Die Five Number Bet ist mathematisch die schlechteste Wette im gesamten Roulette. Während alle anderen Wetten beim Amerikanischen Roulette einen Hausvorteil von 5,26 Prozent haben, liegt dieser bei der Five Number Bet bei 7,89 Prozent. Die Auszahlung beträgt 6 zu 1, was bei fünf abgedeckten Zahlen von 38 möglichen eine deutlich schlechtere Quote darstellt als bei anderen Wettarten. Erfahrene Spieler meiden diese Wette konsequent.
Hausvorteil beim Amerikanischen Roulette
Durch die Doppelnull steigt der Hausvorteil beim Amerikanischen Roulette auf 5,26 Prozent für alle Standardwetten. Dies bedeutet, dass von jedem eingesetzten Euro statistisch 5,26 Cent langfristig an das Casino gehen. Im Vergleich zu den 2,70 Prozent beim Europäischen Roulette oder gar 1,35 Prozent beim Französischen Roulette mit Sonderregeln ist dies ein erheblicher Nachteil.
Die mathematische Berechnung ist einfach: Bei einer Wette auf eine einzelne Zahl beträgt die Gewinnwahrscheinlichkeit 1 von 38, die Auszahlung jedoch nur 35 zu 1. Die Differenz zwischen der fairen Quote von 37 zu 1 und der tatsächlichen Auszahlung von 35 zu 1 ergibt den Hausvorteil von 2 von 38, also 5,26 Prozent.
Aus diesem Grund sollten Spieler, die die Wahl haben, stets europäische oder französische Varianten bevorzugen. Amerikanisches Roulette ist nur dann eine Option, wenn keine besseren Alternativen verfügbar sind.
Moderne Roulette Varianten für Online Casinos
Mit dem Aufstieg der Online Casinos in den letzten zwei Jahrzehnten sind zahlreiche innovative Roulette Varianten entstanden, die das klassische Spiel um neue Elemente erweitern.
Multi-Wheel Roulette
Bei Multi-Wheel Roulette können Spieler gleichzeitig auf bis zu acht Kessel setzen. Der Einsatz wird auf alle ausgewählten Räder verteilt, und jedes Rad dreht sich unabhängig. Dies erhöht die Spielgeschwindigkeit erheblich und ermöglicht es, in kurzer Zeit viele Runden zu spielen. Der Hausvorteil bleibt dabei unverändert bei 2,70 Prozent, da die Grundregeln des Europäischen Roulettes gelten.
Double Ball Roulette
Double Ball Roulette verwendet zwei Kugeln gleichzeitig in einem Kessel. Spieler können auf beide Kugeln wetten, wobei verschiedene Auszahlungsstrukturen gelten. Wenn beide Kugeln auf derselben Zahl landen, gibt es besonders hohe Gewinne. Die Variante bietet neue strategische Möglichkeiten, hat jedoch einen leicht erhöhten Hausvorteil.
Multi-Ball Roulette
Eine Erweiterung des Double Ball Konzepts, bei der bis zu drei Kugeln gleichzeitig im Kessel rollen. Die Komplexität und Gewinnmöglichkeiten steigen entsprechend, ebenso wie die Volatilität des Spiels.
Mini Roulette
Mini Roulette verwendet einen verkleinerten Kessel mit nur 13 Feldern: die Zahlen 1 bis 12 und eine Null. Das Spiel ist schneller und einfacher, eignet sich jedoch eher für Gelegenheitsspieler. Der Hausvorteil variiert je nach Implementierung, liegt aber häufig über dem des klassischen Roulettes.
No Zero Roulette
Eine theoretisch faire Variante ohne Null, bei der der Hausvorteil eliminiert wird. In der Praxis wird dies durch andere Mechanismen kompensiert, etwa durch niedrigere Auszahlungsquoten oder Gebühren auf Gewinne. Echtes No Zero Roulette ohne versteckte Nachteile ist extrem selten.
Live Roulette: Die Casino-Atmosphäre zu Hause
Live Roulette verbindet die Bequemlichkeit des Online-Spiels mit der Authentizität eines echten Casinos. Professionelle Croupiers führen das Spiel in Echtzeit durch, während Spieler per Videostream zusehen und ihre Einsätze über eine digitale Oberfläche platzieren.
Die meisten Live Roulette Angebote basieren auf Europäischem oder Französischem Roulette, wobei zunehmend auch Varianten mit Sonderregeln verfügbar sind. Immersive Roulette bietet beispielsweise Mehrfach-Kameraperspektiven und Zeitlupenaufnahmen des Kugellaufs. Speed Roulette verkürzt die Zeit zwischen den Runden auf etwa 25 Sekunden für ein schnelleres Spielerlebnis.
Lightning Roulette fügt ein Zufallselement hinzu, bei dem in jeder Runde bis zu fünf Zahlen mit multiplizierten Auszahlungen von 50 bis 500 zu 1 versehen werden. Dies erhöht die Spannung, verändert jedoch die Auszahlungsstruktur und den Hausvorteil.
Strategische Überlegungen zur Variantenwahl
Die Wahl der Roulette Variante sollte auf rationalen Kriterien basieren, nicht auf Vorlieben oder Gewohnheit. Der wichtigste Faktor ist der Hausvorteil, da dieser langfristig über Ihre Gewinnerwartung entscheidet.
Französisches Roulette mit La Partage oder En Prison Regel bietet mit 1,35 Prozent Hausvorteil bei einfachen Chancen die besten Bedingungen. Wenn Sie hauptsächlich auf einfache Chancen setzen, ist dies die optimale Wahl. Für Spieler, die gerne auf einzelne Zahlen oder Kombinationen setzen, macht der Unterschied zwischen Französischem und Europäischem Roulette keinen Unterschied, da beide 2,70 Prozent Hausvorteil haben.
Amerikanisches Roulette sollte gemieden werden, es sei denn, es gibt besondere Gründe wie deutlich höhere Bonusangebote oder exklusive Turniere. Der doppelt so hohe Hausvorteil von 5,26 Prozent macht langfristig einen erheblichen Unterschied.
Bei modernen Varianten wie Multi-Wheel oder Double Ball sollten Sie die spezifischen Regeln und Auszahlungsquoten genau prüfen. Nicht jede Innovation ist vorteilhaft für Spieler, und manche Varianten erhöhen den Hausvorteil durch komplexe Regeländerungen.
Fazit: Die beste Roulette Variante für Ihre Bedürfnisse
Die Vielfalt der Roulette Varianten bietet für jeden Spielertyp passende Optionen, doch aus mathematischer Sicht gibt es klare Empfehlungen. Französisches Roulette mit Sonderregeln ist die beste Wahl für Spieler, die auf einfache Chancen setzen, da der Hausvorteil mit 1,35 Prozent am niedrigsten ist. Europäisches Roulette ist eine solide Alternative mit 2,70 Prozent Hausvorteil für alle Wettarten.
Amerikanisches Roulette sollte aufgrund des hohen Hausvorteils von 5,26 Prozent nur gespielt werden, wenn keine europäischen Varianten verfügbar sind. Die moderne Varianten wie Multi-Wheel oder Live Roulette bieten zusätzliche Unterhaltung, ändern jedoch meist nichts an den grundlegenden Gewinnchancen.
Letztlich sollte Ihre Wahl auf einer Kombination aus mathematischer Vorteilhaftigkeit und persönlicher Präferenz basieren. Verstehen Sie die Regeln, kennen Sie den Hausvorteil, und wählen Sie bewusst die Variante, die Ihren Zielen am besten entspricht.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Hauptunterschied zwischen Französischem und Europäischem Roulette?
Beide Varianten verwenden einen Kessel mit 37 Feldern, doch Französisches Roulette bietet die Sonderregeln La Partage und En Prison, die den Hausvorteil bei einfachen Chancen von 2,70 auf 1,35 Prozent halbieren. Zudem ist das Tischlayout beim Französischen Roulette größer und die Beschriftungen sind auf Französisch.
Warum sollte man Amerikanisches Roulette meiden?
Amerikanisches Roulette hat durch die Doppelnull einen Hausvorteil von 5,26 Prozent, fast doppelt so hoch wie beim Europäischen Roulette mit 2,70 Prozent. Dies bedeutet langfristig deutlich schlechtere Gewinnchancen für Spieler, weshalb europäische Varianten bevorzugt werden sollten.
Wie funktioniert die En Prison Regel beim Französischen Roulette?
Wenn die Kugel auf die Null fällt und Sie auf eine einfache Chance gesetzt haben, wird Ihr Einsatz nicht sofort verloren, sondern für die nächste Runde gesperrt. Gewinnt Ihre Wette in der zweiten Runde, erhalten Sie den Einsatz ohne Gewinn zurück. Verliert sie, geht der Einsatz an die Bank.
Welche Roulette Variante hat die besten Gewinnchancen?
Französisches Roulette mit La Partage oder En Prison Regel bietet die besten Gewinnchancen mit einem Hausvorteil von nur 1,35 Prozent bei einfachen Chancen. Für alle anderen Wettarten sind Französisches und Europäisches Roulette mit 2,70 Prozent Hausvorteil gleichwertig und besser als Amerikanisches Roulette.
Sind moderne Online-Varianten wie Multi-Wheel Roulette vorteilhaft?
Multi-Wheel Roulette ändert nichts am grundlegenden Hausvorteil von 2,70 Prozent, erhöht aber die Spielgeschwindigkeit durch gleichzeitiges Spielen auf mehreren Kesseln. Dies kann unterhaltsam sein, führt jedoch auch zu schnellerem Einsatzverbrauch. Die mathematischen Gewinnchancen bleiben unverändert.
Was ist die Five Number Bet und warum sollte man sie vermeiden?
Die Five Number Bet beim Amerikanischen Roulette deckt die Zahlen 0, 00, 1, 2 und 3 ab und hat einen Hausvorteil von 7,89 Prozent, deutlich höher als alle anderen Roulette-Wetten. Die Auszahlung von 6 zu 1 ist mathematisch ungünstig, weshalb erfahrene Spieler diese Wette konsequent meiden.